Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften

Neuer Professor in der Anorganischen Chemie

Prof. Adam Slabon hat zum 01.04.2022 eine W3-Professur in unserer Anorganischen Chemie angetreten. Er ist in Nürnberg aufgewachsen. Nach dem Studium in Krakau, Singapur und Lausanne, hat er an der ETH Zürich bei Prof. Nesper promoviert.

Dann forschte er als Postdoktorand bei Prof. Peidong Yang in Berkeley und war anschließend von 2014 bis 2019 Gruppenleiter am Institut für Anorganische Chemie an der RWTH Aachen, wo er sich 2019 habilitierte. Bevor er sich entschied an die BUW zu kommen, hatte er eine Tenure-Track-Professur für Anorganische Chemie an der Universität Stockholm inne.

Prof. Slabon und seine Arbeitsgruppe beschäftigen sich mit der Entwicklung von Materialien und nachhaltigen Methoden für Umweltanwendungen und die Umwandlung von Solarenergie. Für seine herausragende Forschung in der Katalyse und Materialchemie wurde er letztes Jahr sogar als Wallenberg Academy Fellow ausgezeichnet - ein hochdotierter, schwedischer Forschungspreis.

Umso mehr freuen wir uns, dass er sich für uns entschieden hat und zum Kennenlernen ein paar Fragen beantwortet:

Prof. Slabon, warum Wuppertal? Was hat da den Ausschlag gegeben?

Wuppertal ist eine junge und dynamische Universität, und bietet daher viele Gestaltungsmöglichkeiten. Außerdem natürlich das Leitthema Nachhaltigkeit, dass sich die BUW aber auch unsere Fachgruppe gegeben hat. Das passt sehr gut zu meinen Forschungszielen.

Durch das gute Betreuungsverhältnis bietet Wuppertal zudem den Studierenden erstklassige Möglichkeiten zur chemischen Ausbildung; eine äußerst wichtige Voraussetzung um unsere Studierenden für den Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Was fasziniert Sie besonders an Ihrer Forschung?

Wir sind sehr interdisziplinär aufgestellt. Ich habe zwar eine klassische Ausbildung in Chemie – anorganischer Chemie. Aber das alles entwickelt sich. Mit der Zeit haben sich die Inhalte meiner Forschung ausgedehnt auf Bereiche, die man klassischerweise der Elektrochemie und Materialforschung zuordnen würde. Meine Arbeitsgruppe forscht an der Schnittstelle zwischen Anorganik und grüner Chemie.

Zum einen beschäftigen uns mit dem Recycling von Lithiumionenbatterien und haben eine Kooperation mit einer Firma, um eine effizientere Recyclinganlage zu entwickeln. Dann arbeiten wir aber auch an der Entwicklung neuer Schmierstoffe auf der Basis von elektrochemisch depolymerisierten Ligninen (Anmerkung der Redaktion: Lignine sind Biopolymere, die aus Holz gewonnen werden können). Das ist sehr spannend. Dadurch können wir neue biodegradierbare Materialien entwickeln und echte Nachhaltigkeit erzielen.

Die Natur hat uns bereits vielseitige Biopolymere als Bausteine bereitgestellt, die durch ihre biologische Abbaubarkeit ein eigenes effizientes Recyclingsystem haben. Wir machen sozusagen die Biobausteine der Natur nutzbar für den Menschen mit den Methoden der anorganischen Chemie, wie z.B. der Elektrokatalyse oder Photochemie. 

Diese Arbeit an der Grenzfläche von bio- und anorganischer Chemie reizt mich sehr. Noch ein Beispiel, wir haben einen Katalysator entwickelt, der aus Meerwasser mit Hilfe der Sonneneinstrahlung Wasserstoffperoxid entstehen lässt. Das zeigt auch, dass solche Prozesse sich mit dem richtigen chemischen Ansatz ressourcenschonender gestalten lassen.

Worauf freuen Sie sich in Wuppertal?

Ich freue mich auf die Dynamik der Forschung in Wuppertal und die Kooperationen mit den Kollegen. Durch die Arbeitsgruppen in unserer Fachgruppe an der BUW sind wir so komplementär aufgestellt, dass sich sehr viele interdisziplinäre Kooperationen anbieten. Auf diese gemeinsame Forschung mit Kollegen, aber auch mit den Studierenden freue ich mich. Meiner Meinung nach sind die Studierenden das Herzstück jeder Universität – ihr Kapital sozusagen.

Was ist ihr Fokus in der Lehre?

Die Vorlesungen, die ich halte, werden sich natürlich um die klassischen Grundlagen der Anorganik drehen. Aber gleichzeitig will ich den Studierenden zeigen, dass Chemie die Schlüsseldisziplin der Nachhaltigkeit ist. Alles um uns ist Chemie. Deswegen kommt kein nachhaltiges Design für unsere Zukunft ohne Chemie in Frage.

Ich will den Studierenden das Werkzeug in die Hand geben, um neue Konzepte zu entwickeln. Das Fundament dazu ist eine gute Lehre und das gemeinsame Forschen. Ich freue mich sehr darauf, mit den Studierenden im Labor zu stehen, weil sie die Zukunft der Naturwissenschaft sind. Ich glaube, dass man als Professor den größten Einfluss auf die Entwicklung unserer Zukunft hat, indem man Menschen lehrt selbst zu forschen und zu entwickeln, neugierig und innovativ zu sein.

Neugierig geworden?

Mehr grüne Chemie gibt es in der Vortragsreihe Sustainable Chemistry Lectures auf Youtube, die Prof. Slabon mitorganisiert.

Weitere Infos über #UniWuppertal: