Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften

Neue Professorin für theoretische Chemie

Seit dem 01.04.2022 ist Prof. Hilke Bahmann Professorin für theoretische Chemie an der Bergischen Universität Wuppertal. Die geborene Duisburgerin hat in Würzburg studiert und promoviert. In der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Martin Kaupp (University of Würzburg) beschäftigte sie sich mit „Implementation, Development and Assessment of Local Hybrid Density Functionals“.

Nach Postdoktorandenstellen an der Technischen Universität Berlin, der Freien Universität Amsterdam und der Universität Potsdam, leitete sie zuletzt eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe an der Universität des Saarlandes. Ihr Fachgebiet ist die Anwendung der Dichtefunktionaltheorie als Werkzeug für quantenchemische Rechnungen. Dazu entwickelt ihre Arbeitsgruppe neue Methoden, die in bekannte Programmpakete implementiert werden, und wird einen eigenen Rechencluster an der BUW aufbauen und verwalten.

Dazu hat sie uns ein paar Fragen beantwortet:

Frau Bahmann, was fasziniert Sie besonders an Ihrer Forschung?

Die Dichtefunktionaltheorie (DFT) ist die wichtigste Methode in der Chemie und der Physik für die Berechnung molekularer Eigenschaften und Charakterisierung von Materialien. Dabei haben beide Fächer sehr unterschiedliche Herangehensweisen mit Molekülen bzw. Festkörpern umzugehen. Ich glaube, dass in dieser Schnittstelle noch viel Potential liegt. Wir interessieren uns vor allem für die bessere Beschreibung von Systemen mit Anwendungsbezug zur heterogenen Katalyse und Energiematerialien.

Ich glaube, dass die Methoden, die wir und die anderen Mitglieder der DFT-Community heute entwickeln, in 10-20 Jahren wegweisend sein werden in der Vorhersage neuer Materialien. Mich persönlich fasziniert an der DFT, dass sie Raum für Kreativität lässt. Sie hat ihre Wurzeln in der Physik, vielfältige Anwendungsgebiete in der Chemie und für die Weiterentwicklung werden mathematische Intuition und gute Programmierkenntnisse benötigt. Diese Mischung ist genau das, was mich an meinem Forschungsgebiet fasziniert.

Ist es schön wieder in NRW zu sein?

Ja, das ist einfach ein Gefühl. Schon im ersten Moment habe ich mich Zuhause gefühlt. Die Umgebung ist vertraut und die Kollegen an der BUW haben mich sehr herzlich empfangen. Es war gleich eine richtig familiäre Atmosphäre.

Worauf freuen Sie sich in Wuppertal?

Ich habe den Eindruck, dass man hier viele Entfaltungsmöglichkeiten hat. Die Fachgruppe strahlt eine offene, entspannte Art aus, die Platz lässt für Innovation und Ausprobieren. Das hat mir sofort gefallen. Daher freue ich mich auf viele Kooperationen mit anderen Arbeitsgruppen und natürlich darauf meine Gruppe hier auf- und auszubauen.

Was sind Ihre Pläne für die Lehre?

In der Lehre ist mir wichtig, den Studierenden die Anwendung von Computern in der Chemie nahezubringen. Vom Anwenden der Programme, über die Methodenentwicklung bis hin zur Programmierung. Die Studierenden sollen lernen, welche Möglichkeiten und welches Potential es in der computergestützten Berechnung gibt. Meine Arbeitsgruppe ist z.B. beteiligt an der Entwicklung eines kommerziellen quantenchemischen Programmpaketes (Turbomole). Wir bewegen uns in der theoretischen Chemie an der Schnittstelle zwischen Chemie, Mathematik, Physik und Informatik. Neben Methoden aus der Computerchemie können die Studierenden bei uns lernen, Konzepte zu entwickeln und über ihr Fach hinauszudenken.

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